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Willkommen Nadja!

 

Warum man ein Gespann braucht?

Eines schönen Tages flattert eine E-Mail ins Postfach und verspricht „Abenteuer!“ auf dem Elefantentreffen. Hört sich interessant an… aber… im Winter auf Schnee und Eis Motorradfahren? Im tiefsten Bayerischen Wald im Schnee zelten? Die haben doch alle einen an der Waffel!

„Ja, stimmt“ werden Einige sagen. Stattdessen könnte man einfach vor dem Fernseher sitzen bleiben und Rumtopf schlürfen… oder aber… und dann haben wir leichtsinniger Weise zugesagt. Mal ehrlich – wer will kein Abenteuer erleben!? „Wir“, das sind übrigens Markus und Martin, beides IT-Fachleute, die bislang nur Solo-Moppeds bei schönem Wetter gefahren sind.

Für das Abenteuer stellte Klaus seine zwei Gespanne samt Fahrern für insgesamt fünf Personen zur Verfügung. Somit konnten wir uns bequem auf die Boote verteilen und uns zum Elefantentreffen kutschieren lassen. Das Elefantentreffen 2012 war wirklich ein geiles Erlebnis - wir hatten riesigen Spaß. Ein bisschen verrückt, aber unheimlich männlich – oder ist das sowieso das Gleiche?

Klaus dagegen hatte mit seinem Honda Pan Gespann nicht so viel Spaß. Persenning dahin – gut, das kann beim Packen auf engstem Raum schon passieren. Aber schlimmer noch: das schöne – bisher nur im Sommer betriebene – Gespann war total mit Streusalz versaut… Nee, das will er seinem Nobelgespann nicht mehr zumuten und setzt uns die Pistole auf die Brust „Jungs, wenn ihr nochmal mit wollt, braucht ihr ein eigenes Gespann, …“

Wir hatten Blut geleckt und wollten wieder mit. Wir brauchen ein Gespann!

 

Ein eigenes Gespann!

Das war Anfang Februar 2012. Bis zum nächsten Elefantentreffen ist es noch fast ein Jahr hin. Da können wir uns in Ruhe kundig machen, welches Gespann wir uns zulegen. Die Grundidee war einfach: wir kaufen uns zusammen ein Gespann, denn zu zweit finanzieren und pflegen bedeutet halbe Kosten und doppelt Spaß!

Plötzlich war es Dezember. Das nächste Elefantentreffen steht vor der Tür. Wir hatten noch kein Gespann.

Jetzt musste es schnell gehen. Ein ordentliches Gespann der Einsteigerklasse sollte es sein, aber auch nicht zu viel kosten. Schnell fiel die Wahl auf eine Ural - eine sagenumwobene Marke mit Tradition - Modell 650: Technik, die solide und überschaubar ist.

… und dann ging es auch schnell: am 15.12.2012 haben wir das Gespann gekauft. Ein fahrtüchtiges, strammes russisches Mädchen schwerster Bauart. Ein Name war schnell gefunden: „Nadja“ soll sie heißen, was auf Deutsch so viel bedeutet wie „Hoffnung“ – und die haben wir :)

 

Heimtransport Nadja

Da saßen wir also auf Nadja mit stolzgeschwellter Brust. Zwei Motorradfahrer, die noch nie ein Gespann gefahren sind.

Also gab’s erstmal eine erste Gespann-Einweisung von Klaus. Die Fahrdynamik von Gespannen ist ja durchaus anders als bei Solo-Moppeds und wenn der Beiwagen nicht besetzt ist, kommt der schon mal hoch. Die ersten Fahrten lag deshalb noch ein 25 kg-Sack Streusplit im Boot, damit man auch mal unbedacht in eine Rechtskurve fahren kann. Auf dem Tank ein Aufkleber: „Beiwagen beachten!“, denn parkende Autos sind näher als man denkt.

 

Die erste große Tour

Insgesamt läuft Nadja zuverlässig und rund. Doch bereits bei Beschaffung war klar: die Bremsen müssen nochmal geringfügig optimiert werden! (Sonderkapitel Bremsen folgt)

Also war vor der ersten großen Tour noch die erste große Wartung angesagt. An den letzten Wochenenden vor dem Elefantentreffen wurde noch eifrig geschraubt und erneuert: Bremse eingestellt, Zündkerzen und Öl gewechselt, Züge erneuert und viele andere Kleinigkeiten. Bei Minusgraden und mit klammen Fingern macht's natürlich umso mehr Spaß.

Zum Elefantentreffen 2013 gab Nadja dann ihr Debut.

Nadja auf dem Elefantenttreffen 2013

Wir sind ohne jegliche Probleme hin und zurückgekommen.

Na gut, der Blinker hat bereits auf der Hinfahrt nicht mehr zuverlässig funktioniert. Der Ölverbrauch war minimal – nur eine halbe Tasse pro 300 km war nachzufüllen. Mit Schnee auf den Vergasern springt sie schlechter an.  Nach halber Strecke auf der Rückfahrt ging dann das Rücklicht auch nicht mehr. Und an der letzten Kreuzung vor zu Hause ging Nadja einfach aus. (wie sich später herausstellte: Kontaktschwäche im Zündschloss).

Also nochmal zusammengefasst: Wir sind ohne größere Probleme hin und zurückgekommen.

 

Erfahrungen mit Nadja

Wir haben Nadja sofort ins Herz geschlossen. 2014 und 2015 waren wir auch wieder zusammen auf dem Elefantentreffen.  Seitdem haben wir hinsichtlich Fahrkultur und Reparaturen bereits einiges gelernt (s. weitere Kapitel in diesem Blog).

Nach jeder Optimierung und Reparatur fühlen wir uns mit der Technik etwas vertrauter – und Nadja, unsere Diva, findet immer wieder Wege uns auf neue Optimierungsmöglichkeiten hinzuweisen ;-)

So lernen wir Schrittweise ein Mopped zu reparieren. Was früher die Mopped-Werkstatt gemacht hat, machen wir nun selber. Ohne es damals zu wissen war eine Ural 650 genau das Richtige für uns – handhabbare, meist zuverlässige und wenn dann schnell zu reparierende Technik.

Und egal wo Nadja auftaucht – sie ist ein echter Hingucker!

 

Markus und Martin

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